Nadja Heinzer

 

Rückblick Schon als Schulmädchen habe ich gerne gestrickt und gehäkelt. Ich mag mich gut erinnern, wie wir im Handarbeitsunterricht einen Baby-Pullover stricken durften. Ich jedoch wollte einen Pulli für mich machen. Die Anfangseuphorie war gross, jedoch gebe ich zu, dass diese Euphorie mit der Zeit dann doch etwas weniger wurde - vor allem als dann alle andern mit ihrem kleinen Pulli fertig waren und ich noch eine Menge Arbeit vor mir hatte:-) Jedenfalls hatte ich dann seit der Primarschule keine Stricknadeln mehr in den Fingern.

 

Der Neuanfang Im Winter 15/16 entdeckte ich das Stricken von neuem. Ich kann sagen eine schon fast vergessene Leidenschaft hat sich mir wieder gezeigt. Begonnen habe ich mit dem Stricken von Winterkappen. Es machte mir richtig Spass immer wieder neue Farben, Formen und Muster auszuprobieren. Auch stellte ich bald fest, dass Stricken und Häkeln wieder total trendy  ist. So durfte ich einige Leute kennenlernen, die das gleiche Hobby mit mir teilen und so macht es umso mehr Spass!

 

Die Idee Je mehr sich der Winter dem Ende zuneigte umso mehr hatte ich den Wunsch etwas anderes auszuprobieren. Ich suchte nach einem „Sommerprodukt“.  Eine gute Freundin brachte mich dann auf die Idee Taschen zu häkeln. Das ist DIE Idee, dachte ich mir. Die Frage war nur, wie häkle ich eine Tasche? 

 

Kreativität und Ausdauer sind gefragt Ich fing an zu recherchieren und habe nach Ideen gesucht. Auf einem Video entdeckte ich dann das Jersey-Garn, darin wurde gezeigt wie man aus einem alten T-Shirt Garn herstellt. Jedoch wurde mir schnell klar, dass dieses Garn nicht weit reicht, es musste etwas Grösseres her. Also kam mir die Idee aus Fixleintüchern Garn herzustellen, was eine bedeutend grössere Menge an Garn ergab. Jetzt konnte ich mit dem Häkeln beginnen, ich probierte verschiedene Grössen und Formen aus. Nach etlichen Runden häkeln und das Ganze wieder aufmachen, entwickelte sich mit der Zeit meine eigene Tasche. Der „Rohbau“ war nun fertig. Jedoch wollte ich die Tasche noch mit einem Innenfutter auskleiden. So wurde meine Nähmaschine nach jahrelanger „Auszeit“ wieder in Betrieb genommen. Auch dies hat wiederum einige Zeit des Ausprobierens und Herumdüfteln in Anspruch genommen. Aber irgendwann war sie dann da – meine erste selbstgemachte Tasche, die Freude war riesig!

 

Und so wurden es immer mehr Nach der ersten Tasche wurde mir dann der Aufwand mit dem Selbermachen von Garn doch etwas zu gross. Ich entdeckte eine Firma, die aus Restprodukten der Textil- und Modeindustrie Jersey-Garn herstellt. So hat sich mit der Zeit eine Vielfalt an Farben von Garn, wie auch diversen Futterstoffen angesammelt. Es gab eine Zweite, eine Dritte, eine Vierte, eine Fünfte, eine Sechste und immer mehr Taschen. Es freute mich riesig wie sich mit der Zeit ein kleines Sortiment entwickelte. Umso grösser war dann die Freude, als ich sah wie auch andere Menschen an meinen Taschen Gefallen finden.

 

Das Motto Von Anfang weg war ich bestrebt jede Tasche zum Unikat zu machen. Jede Tasche soll einzigartig sein und nicht im Doppel erscheinen – dies sollte zu meinem Motto werden. Deshalb verwende ich jede Kombination von Garnfarbe und Futterstoff nur einmal.